Atmosphärisch überzeugend
Vorneweg: Ich liebe diese Reihe. Kai Meyer kann einfach so wunderbar atmosphärisch Geschichten weben. "Das Antiquariat am alten Friedhof" ist bereits der vierte Band aus der Reihe "Die Geheimnisse des grafischen Viertels". Im Jahre 1930 in Leipzig begleiten wir im Antiquariat vier junge Männer, die gemeinsam einen Club "Casaubon" gründen. Nach und nach werden sie zu Bücherdieben, die auf der Suche nach kostbaren okkulten Büchern sind. Und eine Frau tritt ihrem Club bei. Beides bringt so einiges ins Rollen und natürlich auch Feinde mit sich. Die zweite Zeitlinie setzt im Jahre 1945 an und knüpft nach und nach an den ersten Zeitstrang an. Felix, einer der fünf Clubmitglieder, kehrt ins zerstörte Leipzig zurück, wird mit seiner eigenen Vergangenheit, aber auch einer rätselhaften Mordserie konfrontiert. Es ist wirklich spannend und flüssig zu hören, wie nach und nach einzelne Puzzleteile an ihre Plätze rücken. Das Werk ist für mich ein Mix aus historischem Roman und Thriller. Obwohl es etwas über 17 Stunden geht und es erneut wunderbar eingesprochen wurde von Luise Helm und Johann von Bülow, wird es nie uninteressant. Ganz im Gegenteil, man möchte fast verweilen, auf jeden Fall dranbleiben und die Atmosphäre aufnehmen. Eindeutige Hörempfehlung von mir. Erschienen ist dieses überzeugende Hörbuch im Argon Verlag. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil "Das Alphabet der Masken" der kürzlich bereits erschienen ist, und hoffe dass diese wirklich gute Reihe noch viele weitere Bände bekommt.
«Offenbar geht's unseren Häusern wie uns. Ein Spiegelbild unserer Seelen.»
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