Nicht gewöhnungsbedürftig
Immer wieder überraschen mich Bücher aus dem Pola Verlag sehr positiv. Es werden Themen aus dem Leben aufgegriffen und unterschiedlich dargestellt, danke dafür. In diesem Fall war es das Debüt der Autorin Daniela Wilmer. Protagonistin Katha wuselt sich mehr schlecht als recht durch ihr Leben, bis eine gebrochene Hand sie dazu zwingt, für ein paar Wochen wieder bei ihrer Mutter in der Heimat einzuziehen. Zu ihren eigenen Unsicherheiten kommen nun bereits bekannte Muster ihrer Mutter dazu und alte Themen und Verhaltensweisen treffen wieder aufeinander. Nach und nach kommen auch bisher verschwiegene bzw. oberflächlich behandelte Themen auf den Tisch. Mutter- und Tochtersein, Selbstwert und auch People Pleasing. Dadurch werden nach und nach Muster aufgebrochen und langsam verändert, natürlich auch mit Rückschlägen und Zweifeln. Insgesamt hat mir dieser Roman gut gefallen, denn er kommt humorvoll und leicht daher, bringt aber tiefgehende Themen mit. Ich hätte mir nur etwas mehr Raum für diese Entwicklungen gewünscht, dennoch lesenswert.
«Doch am Ende sind es Mikrotraumata, verpackt als gute Ratschläge.»
«Aber irgendwie bleibt es nur besonders, wenn die Nähe am nächsten Tag noch trägt.»
«Dieses Gefühl, dass man sich selbst nicht ganz zu fassen kriegt.»

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